Laktoseintoleranz

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Ernährung bei Laktoseintoleranz
Je nach Schweregrad der auftretenden Symptome kann eine Laktoseintoleranz durch eine laktosefreie oder laktosearme Ernährung erfolgreich behandelt werden.  Eine Laktosemalabsorption ohne Intoleranzsymptome bedarf keiner Behandlung oder Diät.

Laktosefreie Ernährung: < 1 g Laktose pro Tag
Laktosearme Ernährung: 8–10 g Laktose pro Tag

Durchschnittlich nimmt der gesunde Erwachsene täglich ca. 20-30 g Laktose vorwiegend durch Milch- und Milchprodukte zu sich.  Bei einer laktosefreien oder laktosearmen Ernährung muss in erster Linie auf diese Lebensmittel ganz oder zum Teil verzichtet werden.  Der Bedarf an Kalzium muss durch eine gezielte Lebensmittelauswahl gedeckt werden.

Der Laktosegehalt der Lebensmittel kann in vier Gruppen eingeteilt werden:

1. Laktosefrei
Alle Lebensmittel, die keinerlei Milch und Milchprodukte enthalten, sind laktosefrei. Dazu zählen beispielsweise:
Ei, Fleisch, Fisch natur, Schinken, Roastbeef, Wurstwaren, Kartoffeln, Reis, Polenta, sämtliche Getreidesorten, Brot und Gebäck ohne Milch, Zwieback, Teigwaren, Spätzle selbst gemacht, Gemüse natur, Obst, Obst- und Gemüsesäfte, Fruchtsirup, Marmeladen, Honig, Zucker, Sojaprodukte z.B.: Sojamilch, Sojamilchdessert, Sojajoghurt, Tofu, Sojaeis (z. B.Valsoia bei Merkur)

Als Ersatz zur herkömmlichen Milch: z. B. Minus L Milch (Hinweis: der Laktosegehalt beträgt 0,01 g/100 ml Milch. Sie ist in der Schweiz erhältlich in folgenden Geschäften: Spar, Magnet, Migros, Coop, es gibt aber auch andere Marken), Reismilch, Kokosmilch, Hafermilch, pflanzliches Milchpulver (Fa. Completta), alle Pflanzenöle, milchfreie Margarinen (z.B.: Becel, Eden-Margarine), milchfreie Getränke wie Kaffee, Tee, Kakaopulver, vegetarische Suppenwürfel wie z.B.: Hügli Fleischbrühe


2. Fast Laktosefrei (unter 1 g Laktose/100 g)
Butter, Butterschmalz, alle Hart- und Schnittkäsesorten und fast alle Weichkäsesorten sind meist gut verträglich, da ein Großteil des Milchzuckers bei der Herstellung in der Buttermilch, bzw.  in der Molke zurückbleibt und der verbleibende Milchzucker beim Käsen während des Reifeprozesses abgebaut wird.  Bereits im ersten Stadium der Käsereifung verschwindet der größte Anteil der Laktose. Sie wird zu Milchsäure fermentiert.  Nach 6 Wochen ist dieser Zucker vollständig verschwunden, nur Spuren von Glukose und Galaktose sind noch vorhanden.  Ausnahme: Molkenkäse und einige Schmelzkäse mit Zusatz von Milchpulver.

Der Kalziumbedarf kann durch laktosefreie Milch und Käsesorten ausreichend gedeckt werden:

Lebensmittel/100 g
  Laktose 
Butter    0,6 g
Camembert (45 % Fett i. Tr.)    0,1 g
Ricottakäse    0,3 g
Rahmbrie (50 % fett i. Tr.)    0,1 g
Schafkäse: Fetakäse (45 % Fett i.Tr.)    0,5 g
Parmesan    0,06 g
Chesterkäse oder Cheddar (50 % Fett i. Tr.)    0,3 g
Emmentaler, Tilsiter, Bergkäse, Pizzakäse,
Alpenkäse, Inntaler, Bauernkäse, Edamer,
Gorgonzola
   0-1 g
Mozzarella lt.Packung    0,5-1,5 g


3. Laktosehältige Nahrung (1-4,5 g Laktose/100g)
Bei einer derartigen Diät kann es sehr große Unterschiede in der Verträglichkeit geben – abhängig von der individuellen Laktosetoleranz, der verzehrten Menge, aber auch vom Reifegrad gesäuerter Milchprodukte.

Topfen und Hüttenkäse und die meisten Frischkäsezubereitungen sind meist gut verträglich, da bei ihrer Herstellung die Molke entfernt wurde (nicht vollständig) und oft nur kleine Mengen in Kombination mit anderen Lebensmitteln verzehrt werden (z.B.: als Brotaufstrich).  Achtung: bei manchen Frischkäsezubereitungen wird Milchpulver zugesetzt, um die cremige Konsistenz zu erreichen.  In diesem Fall muss die Zutatenliste genau gelesen werden! Hinweis:  Bröseltopfen ist besser verträglich, er ist trockener (Molke entfernt). Sauerrahm und Creme fraiche gehören ebenfalls zu dieser Gruppe und sind, da sie meist nur in kleinen Mengen verwendet werden (z. B. in Saucen), relativ gut verträglich.

Joghurt, Butter- oder Sauermilch, Acidophilusmilch und Kefir gehören zu den gesäuerten Milchprodukten, die bei leichter Laktoseintoleranz in kleineren Mengen (z.B.: 100 ml/Tag) noch toleriert werden, da der Milchzucker durch die zugesetzten Milchsäurebakterien teilweise abgebaut wird.  Der Milchzuckergehalt ist demnach in älteren, reiferen Joghurts geringer. Zu einem geringen Teil sind die milchzuckerspaltenden Bakterien auch nach dem Verzehr noch wirksam.  Hinweis: Probiotische Joghurts unterscheiden sich kaum im Laktosegehalt zu den herkömmlichen Joghurts.
Schlagobers und Rahm enthalten etwas geringere Mengen an Milchzucker, verglichen mit Milch. Durch das Fehlen von Milchsäurebakterien wird der Laktosegehalt aber nicht weiter abgebaut. In leichten Fällen von Laktoseintoleranz können kleine Mengen Schlagobers als Milchersatz verträglich sein ( z.B.: 1 TL Schlagobers im Kaffee oder 1/3 Schlagobers mit 2/3 Wasser verdünnt zum Kochen (z.B.: Palatschinken).

Lebensmittel/100 g
  Laktose 
Joghurt 3,5 % Fett   4,1 g
Nuß-Nougatcreme (Nutella)   1,9 g
Fruchtjoghurt versch. Fettstufen   3,1 g
Sauermilch   4,0 g
Buttermilch   4,0 g
Creme fraiche   2,4 g
Sauerrahm 15 % Fett   4,0 g
Schlagobers mind. 30 % Fett   3,3 g
Frischkäse 50 % Fett i. Tr.   3,4 g
Hüttenkäse   3,3 g
Topfen 20 % Fett i. Tr.   2,7 g
Kaffeesahne 10 % Fett   4,0 g
Ziegenmilch   4,2 g


4. Laktosereiche Nahrung (über 4,5 g Laktose /100g)
Milch (Kuh, Ziege, Schaf, Stute), Molke, Trinkkakao, Kondensmilch, Kaffeesahne sowie Mehl- und Süßspeisen, die mit Milch zubereitet werden (z.B.: Milchreis, süße Aufläufe, Pudding) sind sehr milchzuckerreich.

Lebensmittel/100 g
  Laktose 
Molkenpulver   70,0 g
Eiscreme (im Durchschnitt)   6,7 g
Magermilchpulver   50,5 g
Magermilch   4,8 g
Vollmilchpulver   35,1 g
Molke/Lattella®   5,0 g
Milchschokolade   9,5 g
Vollmilch 3,5 % Fett   4,6 g
Kondensmilch 7,5 % Fett   9,3 g
Schafmilch   4,6 g
Kondensmilch 10 % Fett   12,1 g
Joghurt fettarm   5,2 g


Halbfertig- und Fertigprodukte
Vorsicht! Milchzucker kann enthalten sein in:
  • Fertiggerichten (z.B.: Cremespinat, Rahmgemüse, Milchspeiseeis etc.
  • Tiefkühlgerichten; Fertigkartoffelpüree, fertigen Puddings, Fertigknödeln, Fertigsuppen und sonstigen Konserven)
  • Instantsoßen, Salat- und Grillsaucen, fettreduzierten Mayonnaisen, herkömmlichen Margarinen,
  • Gebäck, Kuchen, Waffeln, Toastbrot, manchen Milchbroten
  • Wurst- und Fleischaufstrichen, häufig in fettreduzierten Wurstwaren
  • Instantkakao wie Ovomaltine®, Nesquick®, Benco® etc.


Ernährungstipps bei Laktoseintoleranz
1) Nach Diagnosestellung vermeiden Sie Milch- und Milchprodukte bzw. testen Sie Ihre individuelle Toleranzgrenze aus! Es empfiehlt sich eine laktosefreie Diät (siehe Liste) für ca. 2-4 Wochen.  Dann eine langsame Erweiterung des Speiseplans mit laktosearmen Speisen.

2) Verwenden Sie für die Zubereitung von Suppen, Saucen oder Müsli laktosefreie Milch oder Sojamilchprodukte.

3) Überprüfen Sie bei verpackten Lebensmitteln die Zutatenliste! In der Lebensmittelindustrie wird den Produkten, die von Natur aus keine Milchbestandteile enthalten, häufig Laktose zugesetzt.

4) Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist bei gezielter Lebensmittelauswahl kein Problem, da bestimmte Käsesorten gegessen und laktosefreie Milch getrunken werden kann.  Weitere Lebensmittel, die kalziumreich sind:
Kalziumreiche Gemüsesorten wie: Broccoli, Fenchel, Kohl, Kohlrüben, Sellerie, Lauch, Gartenkresse, ...
Kalziumreiche Obstsorten wie: Himbeeren, Brombeeren, Kiwi, Feigen, Orangen, Trockenobst, ...
Kalziumreiche Mineralwässer (> 150 mg/Liter) wie Alpquell®, Römerquelle®, Juvina®, Preblauer®, Radenska®, …
Kalziumangereicherte Produkte wie z.B.:
Hohes C mit Calcium®, Pago®, Fruchttiger®, ...
Alpro Sojadrink mit Calcium®

5) Achten Sie darauf, dass Sie die laktosehältigen Lebensmittel in kleinen Portionen über den Tag verteilt essen, dann werden sie besser vertragen!


Laktasepräparate
Sie enthalten reine Laktase zur Aufspaltung von Laktose in die Monosaccharide Glukose und Galaktose. Diese Laktasepräparate werden aus Mikroorganismen, Pilzen wie z.B. Kluyveromyces lactis, Aspergillus niger oder Aspergillus oryzae gewonnen.

Die Einnahmevorschriften sind genau zu beachten, da das Wirkungsoptimum von der Temperatur (Kühlschranktemperatur, Körpertemperatur) und vom PH-Wert abhängig ist.

Der klinische Effekt dieser Präparate ist gut, jedoch sind die angegebenen Dosierungen (z.B. 2-4 Kapseln oder Tabletten pro Mahlzeit) oft nicht ausreichend.  Diese sind natürlich abhängig von der Verzehrsmenge an laktosehältigen Nahrungsmittel und der individuellen Laktose-Toleranzgrenze.
Hinweis: Kapseln wirken meist besser und sollen zur laktosereichen Mahlzeit verabreicht werden.

Laktasepräparate sind erhältlich in Kapseln, Tabletten, Pulverform oder Tropfen.
Einige Handelsnamen:
LACTRASE®: Kapseln, Fa. Pro Natura
LALUK®: Kautabletten oder Tropfen, Fa. Strathmann, enthält Xylit
LACTAID® Kautabletten, Fa. Pro Natura, per Internet zu bestellen
KERULAC®: Tropfen, Fa. APH-Allergie
KERUTABS®: Tabletten, Fa. APH-Allergie
LACTASE Plus ®: Pulver, Fa. Pro Natura
LACDIGEST®
LACTOFIT® etc.
Terminvereinbarung
Die Nummer der Gastro Praxis: 044 422 46 00
Sprechstunde:
montags-freitags 8-17 Uhr, samstags auch vormittags möglich
Fruktosemalabsorption
...dass Obst nicht für jeden gesund ist?

Eine Fruchtzuckerunverträglichkeit kann neben Verdauungsproblemen sogar Depressionen hervorrufen.
Keim entdeckt
Im Zuge meiner Forschungstätigkeiten konnte ein Keim entdeckt werden, der durch Antibiotikaeinnahme schwere Dickdarmentzündungen verursachen kann.